Aktuelle Unternehmensnachrichten & News aus der Region
| Medikament gegen Tropenkrankheit: Hallesche Forscher an Entwicklung beteiligt Parasitologen, Strukturbiologen und Wirkstoffforscher aus drei europäischen Staaten und Brasilien arbeiten gemeinsam an der Entwicklung von neuen Arzneistoffen für die Therapie der Tropenkrankheit Bilharziose, die durch den Pärchenegel (Schistosoma) hervorgerufen wird. Weltweit sind mehr als 200 Millionen Menschen mit dem Parasiten infiziert, was jährlich zu 280.000 Todesfällen führt. Die Europäische Union fördert das Forschungsprojekt „SEtTReND – Schistosoma Epigenetics – Targets, Regulation, New Drugs“ mit insgesamt 3,3 Millionen Euro. Beteiligt ist auch das Institut für Pharmazie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Sieben universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Industrieunternehmen arbeiten in dem Projekt zusammen, das vom Institut Louis-Pasteur in Lille (Frankreich) koordiniert wird. „Die Idee ist, auf der Basis von epigenetischen Regulationsmechanismen des Pärchenegels biologisch wirksame Verbindungen zu entwickeln, die gezielt den Parasiten abtöten können", erklärt MLU-Professor Wolfgang Sippl vom Institutsbereich Pharmazeutische Chemie und Klinische Pharmazie. Über die nächsten drei Jahre wird Sippls Arbeitsgruppe Medizinische Chemie aus Mitteln des EU-FP-7 Rahmenprogramms mit 245.000 Euro unterstützt. Ziel der beteiligten Wissenschaftler aus den Biowissenschaften und der Wirkstoffforschung ist es, neuartige Angriffskonzepte im parasitären Lebenszyklus zu analysieren und gezielt Arzneistoffkandidaten zu entwickeln. Epigenetische Mechansimen spielen eine wichtige Funktion in der genetischen Regulation und stellen potentielle Arzneistofftargets für die Therapie von Tumoren und Infektionskrankheiten dar. Im Rahmen des Projektes sollen chemische und computerbasierte Verfahren mit biologischen Prozessen kombiniert werden, um neuartige Wirkstoffe für die Therapie der Bilharziose zu entwickeln. Die Arbeitsgruppe Medizinische Chemie beschäftigt sich insbesondere mit der Anwendung von computerbasierten Verfahren für die gezielte Suche nach chemischen Leitstrukturen für die Wirkstofftestung. Quelle: MLU Halle-Wittenberg, 044/2010, 04. März 2010. | |
![]() Präsidentenamt von Volker ter Meulen an Jörg Hacker übergeben Prof. Dr. Jörg Hacker ist ab kommenden Montag, 1. März 2010, der XXVI. Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Der Mikrobiologe übernimmt das Amt von Prof. Dr. Volker ter Meulen, unter dessen Leitung die Akademie im Juli 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt worden war. Er übergab am Freitag, 26. Februar die Amtskette an seinen Nachfolger im Rahmen eines Festakts, der in der Aula des Löwengebäudes der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg stattfand. Quelle: http://www.leopoldina-halle.de | |
Biowissenschaftler peilen weiteres Exzellenznetzwerk anHallesche Biowissenschaftler wollen ein Erfolgsmodell fortsetzen: Sachsen-Anhalts Landesexzellenznetzwerk „Strukturen und Mechanismen der biologischen Informationsverarbeitung“ soll einen würdigen Nachfolger mit neuer Schwerpunktsetzung bekommen. Ein entsprechender Antrag werde vorbereitet, sagten die Netzwerk-Sprecher im Vorfeld einer Tagung, die die Kooperationspartner am 4. und 5. März 2010 in Halle veranstalten. Das an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angesiedelte Netzwerk besteht seit 2006 und wird bis Ende dieses Jahres gefördert. „Das Land Sachsen-Anhalt hat vor fünf Jahren mit der Exzellenzförderung eine Vorreiterrolle übernommen", konstatiert MLU-Biologe Prof. Dr. Gunter Reuter, Nachfolger des 2009 verstorbenen Prof. Dr. Rainer Rudolph im Sprecher-Trio des Netzwerks. „Diese Entscheidung war goldrichtig. Und jetzt deuten die Signale, die wir von der Landesregierung erhalten haben, darauf hin, dass ein biowissenschaftlicher Schwerpunkt auch weiterhin erwünscht ist. Damit wird es langfristig möglich, das international anerkannte Potenzial der beteiligten Forschungseinrichtungen Sachsen-Anhalts weiter zu stärken." Über die thematische Neuausrichtung berate derzeit eine Arbeitsgruppe, danach werde eine Antragsskizze erstellt. „Die Erforschung von Proteinfunktionen und -strukturen dürfte stärker in den Fokus rücken." Das bestehende Exzellenznetzwerk umfasst 106 Forscher aus vier Fakultäten der Martin-Luther-Universität, der Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung Halle, dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie Halle und dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben. Ihre gemeinsamen Ziele: wissenschaftliche Spitzenleistungen vollbringen, die Nachwuchsqualifizierung stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Halle/Gatersleben erhöhen, national wie international. „Entscheidend war und ist die wissenschaftliche Exzellenz", betont Prof. Dr. Gunter Fischer, Direktor der Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung - und nennt Beispiele: Die epigenetische Steuerung der sogenannten Blattseneszenz, eines pflanzlichen Alterungsprozesses, sei erstmals durch eine Arbeitsgruppe des Netzwerks erklärt worden. Einer anderen Gruppe sei es in Kooperation mit US-Wissenschaftlern gelungen, das weltweit genaueste Bild des Auslösers der Alzheimer-Krankheit zu erzeugen. Fischer und Reuter verweisen zudem darauf, dass das Exzellenznetzwerk die Initialzündung gegeben habe für weitere, in Wettbewerbsverfahren auf den Weg gebrachte Großprojekte, darunter das Zentrum für Innovationskompetenz „HALOmem" und das Protein-Kompetenznetzwerk Halle (ProNet-T³). Letzteres bekam im vergangenen Jahr die Förderzusage vom Bundesministerium für Bildung und Forschung - als einziges Projekt aus Sachsen-Anhalt in der zweiten Runde des Programms „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern". Die eingeworbenen Drittmittel summieren sich auf 26 Millionen Euro. Die durch das Land Sachsen-Anhalt getragene Grundförderung für das Exzellenznetzwerk betrug jährlich bis zu 2,5 Millionen Euro. „Nachhaltige Effekte auf allen Ebenen" sieht Gunter Reuter und erwähnt dabei auch die Weiterförderung zweier Sonderforschungsbereiche sowie die Berufung weiterer exzellenter Forscher an die hallesche Universität. 33 Netzwerk-Doktoranden werden zum Ende dieses Jahres ihre Promotion abgeschlossen haben. „Sowohl die Anzahl als auch die Zufriedenheit der Doktoranden zeigt, wie wichtig uns die Qualifizierung des Nachwuchses ist", sagt Reuter. Die bislang erreichten Ergebnisse sollen am 4./5. März bei einer Tagung diskutiert werden. Die Einführungsvorträge für die einzelnen Forschungscluster und Nachwuchsforschergruppen halten international anerkannte Wissenschaftler aus Deutschland, Finnland und den Niederlanden. Diese Gäste sollen zusammen mit dem wissenschaftlichen Beirat auch die Ergebnisse bewerten und Empfehlungen für die weitere Entwicklung geben. Erwartet werden bis zu 150 Teilnehmer. Quelle: 038/2010, C. Heckmann, MLU Halle-Wittenberg. | |
| Neuer Wirkstoff gegen Kraut- und Knollenfäule Halle/09.02.2010. Wissenschaftler des Leibniz-Institutes für Pflanzenbiochemie (IPB) haben einen Wirkstoff entdeckt, der in Zukunft als Leitstruktur für die Entwicklung neuer Agrochemikalien dienen könnte. Die aus Pilzen isolierten Substanzen wirken stark antibiotisch gegen den Erreger der Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln, Phytophthora infestans. Die Wirkstoffgruppe wurde im Herbst 2009 zum Patent angemeldet. Gegen Phytophthora infestans, den Erreger der Knollenfäule bei Kartoffeln, ist bis heute kein Kraut gewachsen. Der Mikroorganismus gehört zur Klasse der Oomyceten, deren Vertreter eine Übergangsform zwischen Braunalgen und Pilzen darstellen. Phytophthora verbreitet sich über Sporen, die mit Hilfe eines Keimschlauches in das Blattgewebe der Pflanzen eindringen. Erste Anzeichen des Phytophthora-Befalls zeigen sich an bräunlichen Flecken der Blätter. Im Laufe der Infektion verfaulen oder vertrocknen die Blätter und fallen schließlich ab. Werden die Sporen bei Regen in den Boden gespült, befallen sie auch die Knollen, deren Fleisch sich blau-grau verfärbt und ungenießbar wird. Wenn Phytophthora in den Knollen überwintert, kann eine einzige infizierte Knolle, die im Frühjahr ausgebracht wird, den gesamten Kartoffelbestand vernichten. Jetzt wurde am IPB unter Leitung von Dr. Norbert Arnold eine Substanz in Höheren Pilzen entdeckt, die den Erreger bereits in sehr niedrigen Konzentrationen abtötet. Die Produzenten des Wirkstoffes, die sogenannten Schnecklinge, sind in heimischen Wäldern, wie zum Beispiel dem Harz, häufig zu finden. „Während meiner vielen Pilzexkursionen ist mir aufgefallen, dass Schnecklinge fast nie von Krankheitserregern oder Parasiten zersetzt werden“, erzählt der Leiter der AG Naturstoffe. Deshalb hat Arnold vor über zehn Jahren angefangen, Schnecklinge zu sammeln und deren Inhaltsstoffe zu analysieren. Das Ergebnis war vielversprechend. Die Biotests ergaben, dass Schnecklinge eine Vielzahl von antibiotischen Substanzen produzieren, die gegen Bakterien und parasitische Pilze aktiv sind. Die jüngst gefundenen Naturstoffe gehören zur Gruppe der Oxocrotonatfettsäuren und wirken gegen Oomyceten, zu denen Phytophthora gehört. Den Befunden zufolge, hemmen die Wirkstoffe in starkem Maße die Sporenkeimung aber auch das Myzelwachstum des Erregers. Dies wurde zunächst im Reagenzglas und später auch an Pflanzen demonstriert. So wiesen Kartoffelpflanzen, deren Blätter man mit einer bestimmten Menge an Oxocrotonatfettsäuren spritzte und anschließend mit Sporen von Phytophthora infizierte, keinerlei Krankheitszeichen der Kraut- und Knollenfäule auf. Auf die Pflanzen selbst hatte der Wirkstoff, auch in hohen Konzentrationen appliziert, keinen negativen Effekt. Quelle: IPB/S. Pieplow Vollständige Pressemitteilung, pdf-Format | |
| Die Zukunft der Energie: Algenbiotechnologin der Hochschule Anhalt wird Themenbotschafterin 27.01.2010/Köthen. Die Zukunft der Energie - so heißt das Thema des Wissenschaftsjahres 2010, im Zuge dessen Prof. Dr. Carola Griehl, Algenbiotechnologin der Hochschule Anhalt, Themenbotschafterin ist. Am 26. Januar 2010 wurde sie offiziell vom Bundesministerium für Bildung und Forschung dazu ernannt. Als eine von vier Themenbotschaftern in Deutschland wird sie das Thema regenerative Energien und die Zukunft der Energie gemeinsam mit renommierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im Jahr 2010 in die Welt hinaus tragen. Droht der Menschheit Energieknappheit? Werden Öl- und Gasvorkommen wirklich nur noch vierzig oder fünfzig Jahre ausreichen? Bis wann lässt sich der weltweit steigende Bedarf an Energie überhaupt noch decken? Die Frage nach einer nachhaltigen Energieversorgung, die zugleich sicher, wirtschaftlich und verträglich für unsere Umwelt ist, stellt eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte dar. Diesem Schlüsselthema widmet sich das Wissenschaftsjahr 2010 - Die Zukunft der Energie. Im Mittelpunkt stehen die neuen Ansätze der Energieforschung weltweit und vor allem die kreative Arbeit der deutschen Forscherinnen und Forscher in diesem Bereich - quer durch die verschiedenen Fachdisziplinen. Energie aus Algen - dies könnte ein Ergebnis der Forschung von Prof. Dr. Carola Griehl sein. Als Leiterin des Innovationslabors Algenbiotechnologie an der Hochschule Anhalt untersucht sie das bisher wenig genutzte Potenzial der Algen als Wertstoffproduzent und Energieträger. Als photosynthetisch aktive Organismen fixieren Algen Kohlendioxid (CO2) und nutzen Sonnenlicht als Energiequelle, um Biomasse zu produzieren. Der Einsatz von Algen zur Minderung des Treibhausgases Kohlendioxid und als Alternative zu fossilen Energieträgern rückt auch angesichts des Klimawandels zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Um Algenbiomasse energetisch nutzen zu können, müssen kosteneffiziente Technologien entwickelt werden, die die Gewinnung hochwertiger Produkte für die Pharma- und Kosmetikindustrie mit der Energiegewinnung in Form von Biodiesel oder Biogas koppeln. Diesem Thema widmen sich auch die Wissenschaftler des Innovationslabors Algenbiotechnologie der Hochschule Anhalt. Quelle: Eileen Klötzer M. A., Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Hochschule Anhalt (FH) / idw-online Weitere Informationen: http://www.hs-anhalt.de | |
| TGZ-Neubau in Halle für Biotech- und Nanotechnologie 14.01.2010 Das Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH investiert nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung ca. drei Millionen Euro in den Bau eines neuen Technikums. Das dreigeschossige Gebäude soll ausschließlich für anwendungsorientierte Forschung und Pilotproduktionen zur Verfügung stehen. Quelle: MZ. | |
| LINDE-KCA Dresden erhält Millionen-Auftrag Im Rahmen der EU-weiten Ausschreibung für Planung, Lieferung und Errichtung des Chemisch-Biotechnologisches Prozesszentrum am Chemiestandort in Leuna, hat das weltweit tätige Unternehmen KINDE-KCA Dresden den Zuschlag für das 40 Millionen EUR-Projekt erhalten. Das Prozesszentrum soll Ende 2011 übergeben werden. Quelle: LINDE-KCA; www.http://www.linde-kca.com | |
